Unser Frühjahrsfest war großartig!

Was für ein schöner Samstag


„Home I’m going home, I need the land to heal my soul“, ein gemeinsames Lied übers nach Hause kommen zum Auftakt unseres Frühlingsfestes auf dem schönen Umweltbildungsplatz der Revierförsterei im Bucher Mischwald. Große und kleine Menschen, viele die sich noch nie gesehen haben, stehen noch etwas unsicher im Kreis.

Doch ganz bald werden wir im wahrsten Sinne des Wortes „warm“ miteinander. Groß und Klein rennt und springt und kreischt beim „Alle fangen alle“ durch den Wald und erlebt hautnah wie es sich anfühlt, als Wildtier zugleich Nahrung zu jagen und dabei Gejagter zu sein. Und was das mit unserer Aufmerksamkeit macht, die auf einmal ganz im Hier und jetzt ist. Kein noch so kleiner Gedanke ans Morgen oder Gestern hat mehr Raum.


Zurück an unserem Platz. Ein Feuer brennt, das Buffet steht bereit. Eine Gruppe Kinder ist schon bald ins Unterholz ringsherum eingetaucht, eine andere ist begeistert am Flöten-Schnitzen. Ein entspanntes Kennenlernen und sich Austauschen der Erwachsenen.

Das ganz alltägliche große Wunder

„Rrrr-rrr-rrr“ der Rabenruf ertönt und die Kräuterwanderung beginnt.
Auf den ersten Blick sieht der Waldboden noch recht leer aus, doch zwischen den welken Blättern stehen unzählige Buschwindröschen in den Startlöchern und an sonnigen Flecken gehen die ersten weißen Blütenköpfchen auf, eine Vorhut für das Meer aus Weiß und Grün das bald den ganzen Waldboden bedecken und das Licht auffangen und in Zucker verwandeln wird, welches ein hell leuchtender Ball aus Gas 150 Millionen km entfernt ausstrahlt. Das ganz alltägliche große Wunder. Wir finden auch schon ganz zartes essbares Grün: Giersch, Scharbockskraut, Labkraut und Vogelmiere. Manch mutiges Kind wagt sogar eine zerknautschte und damit schmerzfrei verzehrbare Brennnesselkugel zu probieren. Zarte Pflänzchen mit Wumms. Voller Vitamine und Mineralstoffe treiben sie uns die Müdigkeit und Schwäche des Winters aus, und kleingeschnitten in Butter aufs Brot geschmiert finden sie regen Anklang.

Löffel und Feuer

Am Platz finden derweil weitere Angebote statt, ein Kind zeigt stolz einen geschnitzten Löffel vor und eine kleine Gruppe übt sich eifrig in der alten Kunst des Feuermachens ohne Streichholz. Es quietscht und qualmt und mit Geduld und Gefühl entsteht eine erstes kleines Glutkind.

Wer „Feuer gefangen“ hat, kann sich selbst ein Feuerbohrer-Set bauen und zu Hause weiter üben.

Star Trek-Vogel und „Pink-Pink-Pink

Als nächstes macht sich eine Gruppe auf zur Vogelwanderung. Ganz still stehen und lauschen. Wie viele verschiedene Arten kann ich hören? An was erinnert mich der Gesang? Wir hören den Star Trek-Vogel (Piu-piu-piu), den Lachhans (kjückjückjück) und den Hexenschuss- Vogel (Kiaaaaah). Wir erfahren, dass Vogelsprache mehr beinhaltet als den Gesang und dass uns die Warnrufe der Vögel viel über das Leben im Wald verraten können, was unserer Wahrnehmung sonst leicht entgeht. Wer beim hohen „Zzzieh“-Alarm in den Himmel blickt, kann mit etwas Glück den Sperber als gestreiften Blitz, halsbrecherisch zwischen den Stämmen hindurch schießen sehen oder beim hektischen „Pink-Pink-Pink“ einen Marder im Geäst erspähen.


Den Wald unterstützen

Nach einer Stärkung am Buffet und Popcorn aus dem Feuertopf geht es dann wieder los zur großen Gemeinschaftsaktion: Zwei Dutzend motivierte Menschen mit Spaten über den Schultern, kurzerhand zu kernigen Waldbauern und -bauerinnen geworden, brechen in ein benachbartes Waldstück auf. Dort pflanzen sie in Kooperation mit dem Revierförster Mike Kraatz gut 20 Bäume und Sträucher: Apfel, Birne, Zwetschge, Hartriegel, Weiden und Johannisbeeren, die wertvolle Diversität in ein verarmtes Waldstück bringen.


Und dann nochmal im Kreis ums Feuer

Unser Frühlingsfest neigt sich dem Ende zu. Ein letztes Mal wird ordentlich Holz nachgelegt, damit wir um ein schönes Feuer im Kreis unsere Geschichten vom Tag teilen können. Wir hören berührende Erlebnisse, von Kindern die Freundschaften geschlossen haben, frei, wild und fröhlich waren; davon wie anfängliche Unsicherheit in der Gruppe von einem entspannten, warmen Gefühl abgelöst wurde; vom Verstecken in Laubhöhlen, einem Moment ganz für sich, dem eigenen Atem lauschend; davon wie erfüllend es sich angefühlt hat, die Hände in die Erde zu stecken und gemeinsam etwas wirklich Sinnvolles zu tun.


Danke an alle, die dabei waren, was für ein schöner, wilder, verbundener Tag. Bis bald!